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Donnerstag, 09 September 2010
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Brassis und der Fußball PDF Drucken E-Mail
Freitag, 01 Juli 2005

Es sind schon wieder ein paar Tage ins Land gegangen, ich wollte noch über den Fussball in Brasilien schreiben. Die Euphorie und der Fanatismus der Brasilianer beim Thema Fußball ist echt unglaublich, ich kann nur drüber staunen und mitfeiern.

Ich muß gestehen, ich hab mangels Fernseher die meisten Spiele des Confed-Cups nicht live sehen können, sondern lediglich Ausschnitte. Die Mini-WM hat die Brasilianer aber wieder richtig heiß gemacht. Der Confed-Cup ist das Thema Nummer 1. Überall hört man Gesprächsfetzen über das Thema Nummer 1, hast Du gestern das Spiel gesehen, Mexico hat gewonnen, Copa das Confederaç?es, Alemanha, etc.

Samstag dann das Halbfinale gegen Deutschland, wir haben uns das nicht nehmen lassen und haben in einem Vorort von Curitiba einer netten Familie Fußball geguckt. Alle waren sie versammelt, die ganze Familie, sogar Axel's siebenmonatige alte Tochter Yasmin durfte ihr erstes Länderspiel anschauen.

Mein Tipp vom Atlético Spiel findet hier auch Anklang, leider nur umgekehrt. Keiner glaubt an einen deutschen Sieg. Brasilien geht natürlich in Führung, wir gleichen aus. Dann foult Huth im Strafraum und der folgende Elfer wird von Ronaldinho knallhart versenkt. Kurz vor der Pause, dann Gott sei Dank noch der Ausgleich, wieder per Elfmeter.

Respekt haben wir jedenfalls verdient, spielt doch die deutsche Mannschaft wesentlich besser als die brasilianische und reagiert umgehend auf die Führung der Brasilianer. Lediglich nach dem 3-2 wird es eng, alles drängen und schieben hilft nicht, der Ausgleich ist nicht mehr zu schaffen.

Schade, schade. Brasilien im Halbfinale und damit geht die Schmach los, egal wer, ob unser netter Poteiro José, meine Portugiesischprofessorin Jovania, die Kassiererin im Mercadorama, meine Diplomarbeit betreuender Professor, egal wer, jeder hat nen flotten Spruch paratund will genau über das Spiel diskutieren. Jovania ruft sogar extra an, um mit mir zu streiten (quero brigar com você para o jogo).

Dann folgt noch das Finale und wieder sind alle auf den Beinen, wie ärgerlich, daß ich meine Diplomarbeit heute abgeben muß und unterwegs bin. Aber überall stehen sie und feiern, schließlich gewinnt man nicht alle Tage gegen seinen ärgsten Feind Argentinien. Möchte nicht wissen, wie es hier ausschaut, wenn Brasilien nächstes Jahr die WM bestreitet.

Achja, die absolute Krönung sind sowieso die Abendspiele. Spielt ein Team abends und gewinnt wohlmöglich das Spiel, dann gibt es in der ganzen Stadt stundenlange Hupkonzerte und wie gestern abend ein Riesenfeuerwerk. Man hat das Gefühl mindestens einmal in der Woche feiert man Sylvester.

Man könnte denken, es handelt sich dabei immer nur um einen kurzen Augenblick der Freude. Ganz im Gegenteil der Finaleinzug von Atlético in der Copa Libertadores (2-2, zwei Glanztore von Stürmerstar Lima) wird bis tief in die Nacht lautjubelnd gefeiert. Ehre wem Ehre gebührt, ich würds nicht anders machen...

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