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Montag, 06 Februar 2012
Belém PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 10 Juli 2005
Belém (Bethlehem) ist die Hauptstadt von Pará, wurde am 12. Januar 1616 gegründet und liegt in einer Bucht des Rio Guajará. Ungefaehr 1,25 Millionen Einwohner leben hier am wichtigsten Eingangstor von Amazonien.

Bekannt ist Belém als die Stadt der Mango-Bäume und bedingt durch das feuctwarme Klima während des ganzen Jahres ist auch der Regen am Nachmittag ueberall bekannt. Hier kommt es regelmaessig zu Zenitalregen, der sich tagtaeglich wiederholt. Man sagt daher auch, lass uns nach dem Regen treffen, wenn man sich verabredet. Belém ist uebrigens die groesste Stadt auf der Äquatorlinie.

Ich komme gegen ca. drei Uhr nachmittags am Flughafen an, das Wetter ist nicht so toll, es ist bewoelkt und nieselt ein wenig. Waehrend ich auf den Bus ins Zentrum warte, schlaegt ca. 70-100m entfernt von mir der Blitz in einen Antennenmast ein. Erst der grelle Blitz und eine Sekunde spaeter dann das laute Grollen und Donnern. Tolle und beeindruckende Begruesseung.

Aehnlich wie Manaus ist Belém waehrend des Kautschukbooms extrem gewachsen. Teilweise sind die charakteristischen, jahrhundertealten Villen noch erhalten. Die engen Gassen der Altstadt lassen einen in ein vergangenes Jahrhundert versetzen. Die Stadt ist wie ich finde aber nicht so schoen wie ueberall beschrieben, die Strassen sind sehr dreckig und die Haueser heruntergekommen.

Nach dem ich im Backpackerhotel Fortaleza eingecheckt habe, mache ich einen kleinen Ausflug zur nicht weitentfernten Markthalle Ver-o-peso (Achte auf das Gewicht). In und um die Markhalle herum werden täglich die verschiedensten Arten von frischem Fisch angeboten, tropische Fruechte aller Art, ornamentale Pflanzen und Blumen, alle nur erdenklichen Arten von Gebrauchsartikeln, Kunsthandwerk aus allen Teilen von Brailiens und eine Unmenge der verschiedensten Heilpflanzen und -kräuter, Tee-Extrakte und Salben. Es fehlt also an nichts.

Am nicht weitenfernten Hafen liegen die Fischer auf ihren Booten und relaxen nach getaner Arbeit. Ueberall picken Geier am Wasser und am Pier nach Fischabfaellen und die ein oder andere Ratte huscht ueber den Weg.

Erstaunlicherweise ist hier in der Stadt ab 18 Uhr nicht mehr viel los, keine Kneipen, keine Bars, keine Restaurants. Ich streife noch ein wenig durch die Gegend, was man laut Lonely Planet nicht unbedingt tun sollte und bleibe im richtig netten Iguatemi-Shopping haengen, wo ich mich ein wenig an meinen Reiseberichten pfeile.

Mit dem Taxi fahr ich zurueck zur Pousada. Laut Taxifahrer eine weise Entscheidung, anscheinend werden hier viele Touristen ausgeraubt. Ich sehe das auch so, die Strassen sind eng und menschenleer, weiss nicht ob das so ne tolle Idee gewesen waere. In der Pousada quatschen ich dann zusammen mit 2 Daeninnen, einer Franzoesin und einem Hollaender bis tief in Nacht.

Am naechsten Tag mach ich mich noch mal alleine auf Stadtbesichtigung, zuerst das Fort, dann vorbei an den vielen schattigen öffentlichen Plätzen und den imponenten Kirchen und Kathedralen bis um Praca Republica. Heute ist hier grosser Markt. Jetzt weiss ich auch wo die ganzen Leute geblieben sind, waherend meiner Tour bin ich nur auf wenige Einwohner getroffen.

Mich hatte im uebrigen auch die Herbergsmutter gewarnt, dass gerade sonntags, es tagsueber richtig gefaehrlich auf den Strassen sein sollte. Das liegt anscheinend daran, dass weniger Polizei im Einsatz ist, da die Polizisten ihren freien Tag am Strand verbringen. Ich wage mich aber trotzem ins Getuemmel, nicht aber vorher ein paar Vorkehrungen zu treffen: Die Digicam kriegt nur die kleine Chipkarte, ein wenig Geld wird per Sicherheitsnadel an der Hose befestigt und ansonsten nur das noetigste mitgenommen.

Auf dem Markt, beobachte ich das Treiben und und geniesse die eine oder andere Koestlichkeit, hoffe mal das gibt morgen kein Gerenne aufs Klo. Dann mache ich noch einen Abstecher zum Rodoviaria. um die Abfahrtszeiten der Busse nach São Luis zu checken. Leider verlasse ich mich auf der Rueckfahrt auf eine falsche Information und sitze im Bus mit der falschen Richtung, Ueber eine Stunde juckel ich durch die Aussenbezirke, teilweise geht es mitten durch die Armenviertel. Hat aber auch was gehabt.

Ich mache noch mal einen Abstecher ins Iguatemi-Shopping, vielleicht haben die ja noch nen guenstiges Pacote fuer die Ilha do Marajó. Sieht aber nicht danach aus, werd mich wohl alleine auf die Reise machen und alles selber organisieren. Den Abend lassen wir dann gemuetlich bei einigen Bierchen ausklingen zusammen mit zwei deutschen Maedels, Englaender Michael und Pousadabesitzerin Gilda (mit dem Wahlspruch: Beleza, com certeza). Witzigerweise studiert die eine Deutsche names Steffi auch in Konstanz und wohnt gar nicht so weit weg von mir, aber wir sind uns noch nie wissentlich ueber den Weg gelaufen, wie klein die Welt doch manchmal ist...

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