 | (22.07.05) Wenn man vorher in zuvielen anderen Orten haengen bleibt, wird es am Ende ein wenig knapp mit der Zeit. Da muss dann wieder die bewaehrte Taktik angewendet werden: Rein, alles wichtige anschauen und aufsaugen und schnell wieder raus. So auch in Fortaleza, eigentlich schade... |
Um 4.16 Uhr gehen im Bus die Lichter an. Da ging die Reise ja schneller als ich dachte von Jericoacoara nach Fortaleza, aber denkste. Eine Stunde lang fahren wir durch die Randgebiete, Vororte und einige Stadtteile, um Passagiere abzuliefern. Ich haette also locker noch eine Stunde laenger schlafen koennen. Dafuer gibts ne gratis Stadtrundfahrt. Gar nicht mal so schlecht fuer die spaetere Orientierung. Erstaunlich wieviele Leute morgens um diese Uhrzeit schon wach sind. Fuer Fortaleza habe ich genau 15 Stunden Zeit, ich kaufe mir als erstes ein Ticket nach Recife und aergere mich, dass der zum Executivo nur 20 R$ teurere Leito schon ausgebucht ist. Mist. Egal, meinen kleinen und grossen Rucksaeck gebe ich auf, und nehme in meiner kleinen Strandtasche nur das noetigste mit. Ich hab mir den fuer den Anfang den Praia do Futuro ausgesucht. Der 8km lange Strand liegt ein wenig ausserhalb und hat viel sauberers Wasser als die naehreren Straende. Bereits um 7 Uhr liege ich schon am Strand. Ich bin so muede, dass ich sofort einschlafe. Traumhaft, das Rauschen der Wellen und die angenehme Morgensonne. Schlaf hab ich nach der letzten Busfahrt auch dringend noetig. Nach kleinem Mittagessen, frischer Fisch, Reis, Salat und Mandioca, lese ich noch mein Buch zu Ende und mache mich dann am Strand in Richtung Zentrum auf. Nach ca. 20 min Fussmarsch halten mich zwei freundliche policiais auf und machen mich darauf aufmerksam, dass der weitere Weg zu gefaehrlich sei, da er entlang einer Favela verlaeuft. Find ich sehr gut, dass die einfach Polizisten in den Duenen postieren, die die Touris warnen. Auf meiner Karte war das nicht eingezeichnet bzw. im Reisefuehrer nicht beschrieben. Aber dank der Polizei und den Minibussen kommt man sicher zum naechsten Zielort. Vorbei am Farol do Mucuripe steige ich am Praia de Iracema aus und laufe entlang der Avenida Beira Mar Richtung Praia de Meireles bzw. Zentrum. Zwar stehen hier wahnsinnig viele Hochhaeuser und es werden immer noch welche gebaut, aber trotzdem ist es nicht haesslich, wohl dank architektonischer Phantasie und harmonischer Farbgestaltung. Am Strand flicken die Fischer ihre Netze und machen ihre Jangadas (mit Segeln versehende Fischerboote) seeklar. Schade, dass ich nicht ueber Nacht bleiben klar, Fortaleza ist beruehmt fuer sein Nachtleben und die Straende. Letztere habe ich nun kennengelernt, fehlt das Nachtleben, gut wird irgendwann nachgeholt. Naechste Atraktion auf meinem Spaziergang ist die Ponte Métalica oder Ponte dos Ingleses, auf der man perfekt den Sonnenuntergang in der Bucht beobachten kann. Vorbei am Kulturzentrum und der Catedral Metropolitana mache ich noch einen Abstecher zum Mercado Central, in der Hoffnung noch ein paar coole Klamotten zu finden und goenne mir fuer den Rueckweg ein Mototaxi bzw. nehme es aus Bequemlichkeit, weil ich nicht auf Anhieb die Haltestelle der Busse finde, die zum Rodoviaria fahren, und auch keinen Bock hab, gross zu suchen. Fuenfzehn Stunden gehen zu Ende und jetzt werd ich den Abflugort meiner Reise ansteuern. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht... |