 | Mitten im Bundesstaat Amazonas liegt die Stadt Manaus, die es zu sagenhaften Reichtum waehrend des Kautschukbooms gebracht hat. Dank den Omagua-Indianer, die das Kautschuk entdeckten und der Entdeckung der Vulkanisierung und des aufblasbaren Reifens, wurde das Material schlagartig beruehmt und ueberall gefragt und die Stadt Manaus war in aller Munde. |
Manaus erlebte bis Anfang des 20. Jh. einen grandiosen Boom. Die Staedte hatten keine Arbeitskraefte mehr, Tausende reisten aus dem Nordosten an und arbeiteten als Gummizapfer in den Waeldern. In der Zeit wurden viele extravagante Bauten errichtet. Palaeste, riesige Markthallen (Mercado Municipal) oder das Opernhaus Teatro Amazonas sind einige davon. Der Boom hielt an bis Samen des Kautschukbaumes nach Malaysia geschmuggelt wurden und mit der dortigen Produktion die Preise fielen. Dem fielen auch einige Gebauede in Manaus zum Opfer, da der Unterhalt nicht mehr bezahlt werden konnte. Nach unserer Amazonasexpedition kommen wir wieder im Fischereihafen von Manaus an, nach kurzer Erfrischung im Hotel machen wir(Hansen, Pedro und ich) uns auf den Weg in die Stadt, vorbei am wunderschoenen Teatro Amazonas Richtung Hafen. Auf den Strassen ist Richtung Hafen megaviel los. Ueberall gibt es Staende mit Klamotten und allerhand anderen billigen Zeugs zu kaufen. Da Manaus nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar ist, kommen wahrscheinlich viele Einwohner aus dem Amazonasgebiet zum Einkaufen her. Abends goennen wir uns in der Churrascaria Buffalo noch ein nettes Churrasco. Wahnsinnig teuer ist es hier 38,90 R$. Aber wir bekommen ein wenig Rabatt, drei nehmen, zwei bezahlen. Der naechste Tag steht in Zeichen der Kultur, zuerst besichtigen wir fuer 5 R$ das Amazonas-Theater, welches 1896 von den Gummi-Baronen gebaut wurde. Insgesamt 640 Personen finden im Saal und auf drei Raengen Platz. Die Architektur und die Inneneinrichtung ist echt bezaubernd und aus allen Ecken der Welt zusammengetragen. Weiter machen wir uns auf den Weg zum Palácio Rio Negro, einem ehemaligen Herrensitz des deutschen Gummibarons Waldemar Scholz. Dort ist heute ein Kulturzentrum und Museum unter gebracht, danach besuchen wir noch die Pinakothek und das Muenzmuseum, die direkt neben an liegen. Nach kurzer Mittagspause besichtigen wir schliesslich noch das Museu Homen do Norte, welches Einblicke in die traditionellen Lebensweisen der Indianer und Ribeirinhos gibt. Danach trennen sich unsere Wege, ich mache mich allein auf, um ein paar Sachen zu erledigen. Beim Hafen informiere ich mich, wann die Schiffe morgen fahren und besichtige die riesigen Markthallen, ausserdem erstehe ich eine Haengematte fuer die morgige Fahrt auf dem Amazonas. Ein wenig schwierig stellt sich das Weiterkommen nach der Amazonasfaht von Santarém an, Fluege nach Belem gibt es nur vereinzelt, werde ich wohl alles klaeren, wenn ich dort ankomme. Um Punkt 18 Uhr bin ich wieder im Teatro Amazonas, heute gibt es eine Gratisauffuehrung in den alten Gemauern, die ich mir nicht entgehen lasse. Allerdings bin ich ein wenig enttauescht, Hausfrauen und Kinder praesentieren ihre Taenze. Moegen die Kiddies noch ganz putzig anzuschauen sein, die Taenze der Hausfrauen sind nicht so spannend. Nach kleiner Staerkung mit einheimischer Suppe, machen wir vier (Pedro hat noch einen Freunde, Ricardo, angerufen) uns auf den Weg zum Balada. Gut, dass wir einen Einheimischen dabei haben, der uns genau sagen kann, wo was stattfindet. Der Club ist echt nett, openair, nur ein Teil ueberdacht und als wir ankommen gibt es noch Freibier, witziger Abend, muss man mal in Ruhe erzaehlen, kann man nicht in Worten beschreiben. Gleich geht meine Reise auf dem Amazonas los, ich bin gespannt. Zwei Tage auf dem Schiff bzw. einfachen Dampfer. Schlafen in der eigenen Haengematte, mal schauen wie das wird und ob das wirklich so abenteuerlich wird, wie ich mir das vorstelle. Ich habe zumindest vorgesorgt und genuegend Verpflegung dabei. Probleme gabs heute morgen noch, weil ich als ich das Ticket gekauft hab, nicht gesehen hab, dass die Fahrt auf gestern ausgestellt war. Konnte ich nach einigem Hin und Her dann doch noch tauschen, man muss da schon hart bleiben, auch wenn angeblich gerade heute alle Boote voellig ueberfuellt sind... |