 | Angekommen an meinen Zielort in Santarém. Die Stadt liegt zwischen zwei grossen Flüssen, dem Amazonas und dem Rio Tapajós. Auch hier gibt es wieder das Encontro das ?guas, die beiden Fluesse fliessen einige Kilometer weit nebeneinander her, ohne sich zu vermischen. |
Anders als beim Rio Negro in Manaus sind es hier die lehmtrüben Fluten des Amazonas und die smaragdgrünen des Tapajós. Insgesamt 710 km oder ca. 50 Schiffsstunden liegt die Stadt noch von Belém entfernt. Ich komme gegen zehn Minuten nach acht Uhr an, es ist laengst dunkel und ich habe die Moeglichkeit die Nacht noch auf dem Schiff zu verbringen, kostet nichts extra und insgesamt sind wir ca. 10 Personen, die den Service in Anspruch nehmen. Die Lichter werden recht zeitig geloescht, der Motor abgestellt und man kann sich fruezeitig der Nachtruhe widmen. Ich und der Missionar diskutieren aber noch eine Weile im wahrsten Sinne ueber Gott und die Welt. Im Vergleich zu letzter Nacht ist es richtig kalt geworden, das liegt vor allem am pfeifenden Wind. Ich bin froh meinen leichten Baumwollschlafsack und meinen Pulli griffbereit zu haben. Als um 5.47 Uhr die ersten Sonnenstrahlen die Erde erreichen, faengt es tierisch an zu regnen, ein unglaublicher Regen beziehungsweise Gewittersturm geht nieder, der ueber eine halbe Stunde anhaelt. Gegen sieben Uhr morgens verlasse ich das Boot, nehme ein Taxi Richtung Zentrum. Ich bin erstaunt, wieviele Menschen schon auf den Beinen sind. Ich besuche die kleine Kathedrale und statte dem Fisch- und Fruchtmarkt einen kurzen Besuch ab. Da aber das Wetter grad nicht so toll ist, beschliesse ich erst zum Flughafen zu fahren und zu probieren einen Flug in den naechsten Tagen nach Belém zu bekommen, da ich leider in Manaus erst einen Flug fuer Dienstag reservieren konnte. Viel zu spaet fuer meine Planung. Insgesamt eine Stunde warte ich an der Rua Rui Barbossa auf den Bus zum Aeroporto, zwischenzeitlich konnte ich mir nen frischgepressten O-Saft goennen und das Treiben der vielen Menschen beobachten. Grad als mein Bus kommt, faengt es wieder stark anzuregnen. Innerhalb von nur wenigen Minuten stehen die Strassen knietief unter Wasser. Teilweise koennen die Passagiere den haltenden Bus nur watend erreichen, unglaublich. Land unter, ich verstehe jetzt warum mich alle vor der Transamazonica-Strasse warnen, die ist teilweise nicht mal geteert... Am Flughafen angekommen, weiss nicht, ob man das Flughafen nennen darf, ist nichts los, wenigstens gibt es aber eine Touriiunfo. Alle Schalter der Fluggesellschaften sind um 9 Uhr noch geschlossen. Als dann der erste Schalter von Rico Airlines aufmacht, bin ich sogar schon erfolgreich. Es gibt um 12.30 Uhr einen Flug nach Belém und das relativ guenstig - 219,00 R$. Auf der einen Seite freut es mich, hier nicht haengenbleiben zu muessen, auf der anderen Seite konnte ich nicht einen Boatstrip zum Encontro das ?guas oder zum Amazonas-Traumstrand von "Alter do Chão" am smaragdgrünen, klaren Rio Tapajós machen, der 32 km von Santarém entfernt liegt. Dann noch ein Erlebnis, das darf ich gar nicht meinen Freunden die bei Airbus, Lufthansa oder in der Luftfahrt arbeiten erzaehlen. Die Sicherheitskontrolle ist der groesste Witz. Man muss zwar durch eine Tuer laufen, die einen nach Waffen scannt, das Gepaeck aber wird nicht richtig kontrolliert. Der Wachmann meinte, ich sollte mal meinen kleinen Rucksack auspacken. Hab ich dannmal angefangen, ich war noch nicht mal zu einem Viertel fertig, da meinte er schon, Hey lass man, passt schon... (Ich uebrigens grad der einzigste an der Kontrolle). Wenn man ueberlegt, dass von hier Fluege zum internationalen Flughaefen wie São Paulo oder Belém gehen, ist das echt ein sicherheitsrisiko. Egal, Rico jedenfalls ist eine Topairline, nicht hier gibts trotz einer Stunde Flugdauer was nettes zu essen, nette Getraenke, Zeitungen und nette Stewardessen, nach dem Reinfall mit Gol eine nette Abwechslung... |