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Sonntag, 20 Mai 2012
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Expedition ins Pantanal PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 12 Mai 2005
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Expedition ins Pantanal
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Heute wurden wir dann gleich früher geweckt. Um 05.30 Uhr müssen wir raus aus der Hängematte. Es ist noch dunkel, ich taste nach meinen Klamotten. Wir wollen den Sonnenaufgang anschauen. Wieder erwachen die Tiere aus dem Schlaf. Aus den Bäumen ist das Schreien der Brüllaffen und das Kreischen der Papageien zu hören, während Heerscharen von Stechmücken ihre Attacken fliegen. Die Sonne geht über den See auf und wir fühlen die ersten Sonnenstrahlen das Gelände langsam erwärmen.

Um 7.20 Uhr machen wir uns auf den Weg zu den in der Nähe stehenden Pferden. Heute steht ein Ausritt auf dem Programm. Mein cavalo ist ein wenig langsamer als die anderen, aber Carlos bastelt mir eine Gerte und dann verstehen Pferd und ich uns viel besser. Durch hohes Gras der Savanne galopieren wir, vorbei an Rinderheerden, Papageien, Vögeln und anderen Tieren. Es macht richtig Spass und wir sind die geborenen Cowboys. Till und ich machen uns gleich auf die Jagd ein paar Rinder zu fangen, um abends ein ordentliches Churrasco zu machen, aber Carlos meint, wir sollten uns lieber anderen Aufgaben widmen. Krönung des Ausrittes dann das Bad mit den Pferden im See. Nach über zwei Stunden kommen wir wieder am Camp an, ob das morgen Muskelkater gibt?

In der Mittagspause nutze ich die Zeit ein paar Notizen in mein Tagebuch zu machen. Dabei beobachte ich über mir einen im Baum sitzenden Tukan. Till, der grad vorbeikam, macht sich flux auf die Suche nach seiner Spiegelreflexkamera und gemeinsam machen wir beiden Ornithologen uns auf den Weg den Tukan aufs Negativ zu bekommen. Gar nicht so einfach, aber nach einer halben Stunde und verschiedenen Standortwechseln sind wir erfolgreich. Ich komme aber gar nicht zur Ruhe. Neben mir am Wasser tauchen auf einmal ein paar Jacarés(Kaimane) auf. Ein Mädchen, wohl vom Campteam kommt mit ein wenig Fleisch und füttert die Jacarés. Bevor wir uns nachmittags wieder auf Expedition machen, basteln wir zusammen mit Carlos aus Palmwedeln und kleinen Kokosnusssamen Halsbänder.

Wieder machen wir uns auf den Weg oder sollte ich lieber Marsch sagen. Eigentlich sind wir alle müde und kaputt vom Ausritt, aber Carlos treibt uns wieder durch die trockenden Gebiete des Pantanals. Schließlich kommen wir nach 90 Minuten an einem See an, wo ein paar Jacarés auf uns warten sollten. Carlos behält Recht. Ein Jacaré nach dem anderen kommt aus dem Wasser und beobachtet uns Touris. Wir können uns sogar langsam von hinten nähern und die Kaimane anfassen, den harten Panzer, den scharfen Schwanz und die weichen Beinchen. Carlos schlägt vor ein Bad zu nehmen. Wiedermal machen wir Sachen, die man normalerweise nicht machen würden. Schwimmen in einem See, wo sieben Meter weiter die Jacarés schwimmen. Kaum sind wir im braunen Wasser, werden wir schon genau beobachtet. Das ganze hat schon so seinen Kitzel, es geht auch alles gut und wir kommen unbeschadet aus dem Wasser.

Die Sonne hat sich hinter den Wolken verzogen und wir machen uns auf den Heimweg. Carlos fängt uns noch schnell ein Gürteltier, was wir genaustens betrachten bevor wir es wieder seiner Freiheit übergeben. Bleibt man hier mal irgendwo stehen, übernehmen Ameisen oder Termiten gleich die Untersuchung des Körpers. Das gemeine ist, diese Viecher beissen rechtordentlich. Da es auch langsam dunkler wird und die Mücken wieder erwachen danken wir alle Herrn Autan und seiner Erfindung.

Am heutigen Tag werden wir mal so richtig gefordert. Carlos nimmt uns nach dem Abendessen noch mit auf eine Nachtwanderung. Er probiert ein Jacaré zu fangen, allerdings wird nicht vom Erfolg gekröhnt. Die Nachtwanderung ist zwar ganz nett, aber richtig viel sehen wir nicht. Man sieht zwar die roten Augen der vielen Jacarés auf dem See, aber in erster Linie lernen wir, wie man sich gegen die vielen Stechmücken verteidigt.

Am nächsten Morgen plagen alle Muskelkater und Rückenschmerzen. Die Abschlußwanderung lassen wir auch dementsprechend ruhig ausfallen. Dann wird gepackt und danach am Lagerfeuer gechilled, während die völlig verrückten, aber witzigen Briten Anan und VJ rappen und aus ihrem Leben erzählen. Dann treten wir mit dem Truck die Rückfahrt (4-5h Fahrt) an, am Eingang beziehungsweise ja eigentlich Ausgang trennen sich dann die Wege unseres coolen Teams. Julie und Jean Yves nehmen den Bus nach Campo Grande und dann den Bus nach Curitiba. Henni und Till treten in Begleitung von VJ und Anan den Weg nach Corumba an, um von dort die Grenze nach Boliven zu übertreten. Mensch Ihr Pappnasen, beinahe wäre ich mit Euch weitergereist, wir treffen uns in Deutschland in Köln! Stefan und ich nehmen den Bus nach Bonito. Vier Stunden Fahrt über eine sandige, rotstaubige Piste liegen vor uns. Für 31 R$ ein interessantes Vergnügen. Aber wir sind ja nun einiges gewohnt?



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