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Montag, 06 Februar 2012
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Expedition ins Pantanal PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 12 Mai 2005
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Expedition ins Pantanal
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Expedition durch das ausgedehnteste Überschwemmungsgebiet der Welt. In dem Naturparadies mitten in Südamerika gibt es mehr Vogelarten als in Europa, ca. 80 Säugetierarten, 2000 Pflanzenarten, Dutzende Reptilien sowie unzählige Insekten und Fische wie z.B. die Piranhas. Ein Expeditionsbericht...

Stockfinster, so früh (9. Mai ? 5 Uhr) bin ich wohl in Brasilien noch nie aufgestanden, steigen wir ins Taxi, auf geht?s zum Flughafen. Über Sa? Paulo geht es nach Campo Grande, Hauptstadt von Mato Grosso do Sul. Landezeit 9.40 Uhr, dank der Stunde Zeitverschiebung erreichen wir die Stadt sehr früh. Wir werden erwartet, perfekte Organisation. Die Franzosen Julie und Jean Yves haben alles für geklärt und den Transport organisiert. Es geht zur Agência de viagem beim Rodoviária, auch hier ist jeder bestens über unsere Ankunft informiert. Stefan und ich bezahlen unsere Expeditionskosten(320 R$) für vier Tage und drei Nächte. Es bleibt gerade noch Zeit zu probieren mein Flugticket nach Deutschland umzutauschen, leider erfolglos, bevor wir schon im Minibus nach Miranda sitzen(11.30 Uhr). Die Welt ist ja so klein. Im Minibus treffen wir zwei weitere Franzosen, die ich aus meinen Sprachkurs aus Curitiba kenne. Auf der Rückbank des Minibuses kommen wir mit Henni und Till aus Köln ins Gespräch, beide grad am Beginn ihrer Weltreise. Über die schnurgerade Straße geht?s Richtung Miranda, Henni fragt mich, was wohl die vielen braunen großen Maulwurfshügel sind, die überall auf den Felder stehen. Ich kann es ihr nicht sagen, finde aber später raus, daß es sich um Termitenhügel handelt.

Mittagszeit, 13 Uhr, wir machen halt im klitzekleinen Ort Miranda und treffen auf Julie und Jean Yves, die gerade aus Bonito gekommen sind und mit denen wir zusammen das Pantanal besuchen wollen. Nun ist der Minibus gut voll, wir sitzen eingequescht, müssen aber nur bis drei Uhr ausharren, bevor wir beim Eingang des Nationalparkes des Pantanal das Auto wechseln. Von jetzt geht?s mit dem Truck weiter, die großen oder eher riesigen Reifen lassen einiges erwarten. Während der Fahrt mit dem Minibus Vollbremsung unsers Fahrers. Mitten auf der Strasse hatte es sich eine Anaconda bequem gemacht. Ein riesiges Vieh, leider funktioniert meine dumme Casio-Digicam nicht einwandfrei und als ich sie endlich betriebsbereit hatte, war diese megagroße Würgeschlange schon längst im naheliegenden Graben verschwunden.

Auf einer der leicht erhöht liegenden Strassen, die wie ockergelbe Deiche aussehen, geht?s also ins Pantanal, recht und links überall Wasser, Sumpfgebiet oder wie es so schön heißt: Feuchgebiet. Ein Meer aus grün-grauen Pflanzen und Wasser. An den Ufern liegen dösend Kaimane und verfolgen mit trägem Blick den vorbeirollenden Truck. Vögel stehen im Wasser fischend, andere kreisen durch die Luft auf der Suche nach Beute. Über zahlreiche Holzbrücken geht es vorwärts, Wasserschweine (Capivaras) kreuzen den Weg und verschwinden wieder im Feuchtgebiet. Die Luft ist phantastisch, herrlich rein.

Das Pantanal erstreckt sich über eine Ebene von annähernd 230.000 Quadratkilometer. Die grösste Überschwemmungsebene Amerikas befindet sich großteils im Mittelwesten Brasiliens und zu einen Teil in Paraguay und Bolivien. Die Pantanal-Szenerie ist einzigartig auf der Welt, jedoch nicht zu verwechseln mit einer Sumpflandschaft. Es handelt sich hier vielmehr um eine unglaubliche Mischung von verschiedenen Ökosystemen, welche die unterschiedlichsten Landschaften in sich vereint, wie zum Beispiel Savannen, überschwemmte Ebenen, Wälder mit amazonischem Charakter, Dschungel und Steppengebiete. Diese Landschaften sind total abhängig vom Wasser und werden vom Phänomen der alljährlichen Regen- und Trockenzeiten dirigiert. Diese enorme Ebene besitzt als einzigen Ausfluss den Rio Paraguai, und das gesamte Regenwasser, welches gegen Jahreswechsel die Seen und Lagunen füllt und die zahlreichen Flüsse im Norden anschwellen lässt, fliesst schliesslich wieder, während folgender sechs Monate, träge gegen Süden - jedes Jahr.

Gegen 17.30 Uhr Pause, wir geniessen den knallroten Sonnenuntergang und verlassen die ?Strasse?. Weiter geht?s querfeldein durch die Nacht, mittlerweile hat sich die Vegetation geändert, hier ist es trockener. Man könnte es schon fast Savanne nennen. Während der Regenzeit, wird hier aber auch alles überschwemmt zu sein. Der Fahrer fährt mit gutem Tempo mitten durch die Savanne, meistens fern ab der Wege. Ab und zu müssen wir ein Farmtor (insgesamt 20) öffnen, um weiterzufahren. Teilweise blicken Kühe, Rehe, Meerschweine und Füchse verwirrt in die Scheinwerfer. Es ist kalt, der Fahrtwind kühlt einen aus. Als wir endlich wieder Licht in der Ferne sehen und das Camp in greifbare Ferne rückt, werden wir schon lautjubelnd und klatschend begrüßt. Das Camp ist dunkel, nur ein paar schwache Lichtquellen, die durch einen Generator gespeist werden, wir sind in the middle of nowhere, 100 km entfernt ist das nächstgrößere Dorf. Wir beziehen die Schlafplätze: Hängematten in einer Hütte, die ringsum nur Moskitonetze als Wände hat. So hab ich mir das vorgestellt, back to basic. Insgesamt sind wir 12 Leute in der Hütte, alle witzig und mit guter Stimmung.

Kurz orientiert im Camp und dann auf zum Abendgessen. Dafür, daß es keine große Küche gibt und keine Kühlmöglichkeiten durch den mangelnden Strom vorhanden sind, ist das Essen erstklassig. Wir kommen uns vor wie im Pfadfinderlager, zumindest stelle ich mir das so vor, war ja nie in einem. Abends findet man sich am Lagerfeuer wieder, ein gekühltes Bier genießend, was unser Truck mitgebracht hatte, und den vielen Travellern lauschend wie sie ihre Geschichten erzählen. Oh man, mir kribbelt es in den Fingern, ich muß wieder los, auf die Reise. Um 22 Uhr wird der Generator ausgeschaltet, die erste Nacht in der Wildnis beginnt, die Grillen zirpen?


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