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Montag, 06 Februar 2012
Maracanã PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 30 Januar 2005

Sonntag abend 18 Uhr, Primetime, Maracanã Stadion im Herzen von Rio de Janeiro. Im Carioca-Cup treten die beiden Stadtviertelvereine Vasco und Botafogo gegeneinander an.

Die im Begriff unterzugehende Sonne brennt im Gesicht, 35 Grad zeigt das Thermometer noch an. Im Carioca Cup, dem Cup, der zwischen der Meisterschaft und der internationalen Runde gespielt wird, stehen sich Vasco da Gama und Botafogo gegenüber. Weit über 100.000 Zuschaür lassen sich diesen Leckerbissen nicht entgehen, verständlich bei Eintrittspreisen von 10 Reals (keine 3 Euro) für jeden beliebigen Sitzplatz.

Trotz der erstaunlicherweise freien Sitzwahl, ist die eine Hälfte des Stadions fest in der Hand von Botafogo und die andere von Vasco. Es scheint als ob die Mittellinie auch genau die Anhänger der Fans trennen würden. Jedenfalls ist die Stimmung trotz der lauten Fangesänge sehr friedlich, vor allem auf der Haupttribühne wo sich die Fans beider Lager die Plätze teilen. Vasco spielt in weiss, mit schwarzer Schärpe und roten Nummern, Botafogo in schwarz-weiss gestreiften Trikots. Der Star des Spiels ist Romario, der nach vier Monaten Abstinenz bei Botafogo anheürte. Vor sechs Monaten spielte er noch für Fluminense und will an seinem heutigen 39. Geburtstag einen erfolgreiches Comeback feiern.

Botafogo beginnt gut, die elf Freunde haben einen starken Tordrang und bereits in der 16. Minute bringt Alex Alves, früherer Herthaner, die Mannschaft von Botafogo in Führung. Die gesamte erste Hälfte lassen sich die Spieler dann das Spiel auch nicht mehr aus der Hand nehmen, aber leider können sie das zweite Tor trotz zahlreicher Chancen nicht nachlegen.

Die Stimmung ist konstant gut, die gesamte Zeit hört man die Anfeürungsrufe beider Teams, unterstützt vom starken Getrommle der Sambatruppen. Jede Fangruppe probiert die Welle zu starten, aber die gegnerische Gruppe lässt die Welle der Fans jeweils nur eine halbe Runde im Stadion drehen. Man gönnt den anderen eben nicht den Ruhm die Welle gestartet zu haben.

Die zweite Halbzeit beginnt verheissungsvoll, Vasco übernimmt die Kontrolle des Spiels und dominiert förmlich das Spiel. Botafogo probiert dagegen zu setzen, Romario hat zwei gute Chancen in der 61. und 64. Minute, bleibt aber erfolgslos. Dafür lässt sich sein Team immer weiter in den eigenen Strafraum drängen. Gerade hat als die Sonne untergegangen ist und nur noch einige rote Spuren am Himmel hinterlassen hat, kann Vasco das verdiente Unentschieden schiessen, Alex Dias schiesst das Befreiungstor in der 67. Minute.

Der Auftakt für die Jungs von Botafogo zu erwachen. Es beginnt ein hitziges Spiel, der Druck und die Härte des Spiels nehmen zu. In der 75. Minute wird dann Carvalho von Botafogo nach einem harten Foul mit gelb-rot vom Platz gestellt, zwei Minuten später leistet ihm Fabiano von Vasco in den Duschraümen Gesellschaft. Der folgende Freistoss von Botafogo geht gegen den Pfosten, das hätte es sein müssen. Die Fans von Botafogo sehen den Ball schon drinnen und lassen ein richtiges Feürwerk aus mehren Magnesiumblitzen hochgehen, das ganze Spektakel daürt ganze fünf Minuten, in Europa undenkbar.

Das gesamte Spektakel endet trotz einiger Grosschancen für beide Mannschaften in den letzten Minuten verdient unentschieden mit 1-1, ein Fussballspetakel auf brasilianische Art. Romario kann zwar kein Tor schiessen, feiert aber einen guten Einstand, auch die Fans beider Lager sind zufrieden und verlassen gemeinsam das Stadion, friedlich und Arm in Arm.

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