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Montag, 06 Februar 2012
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Meine Weihnachtsgeschichte PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 26 Dezember 2004
Eine Weihnachtsgeschichte im Süden, dies Jahr mal ganz anders. Kein Weihnachten mit Weihnachtsmarkt, Glühwein, feinem Geruch von Orangen, Nelken, Spekulatis und Zimt in der Luft. Matschigen Schnee, Dunkelheit, Kälte, dickem Mantel und festlich geschmückten Strassen und dem im Hintergrund bimmelnden Jinge Bells in den Kaufhäusern.

Dies Jahr mal völlig anders. Sommer, Sonne, Strand und Sonnenbrand. Rauschen der Wellen, Bob Marley, Inselbars, Caipirinhas, Mangos und Papayas. Meer, Palmen, Shorts und knappe Bikinis und Samba unterm Bananenbaum.

22.12.04 und 23.12.04 - Bedeckt und Regen
Meine Weihnachtsgeschichte fängt dies Jahr in Curitiba an. Mal wieder zeitlich eng bemessen, haben wir, Axel, Stefan, Basti, Karo und ich, uns überlegt, dass wir noch nen Happen essen müssen, bevor wir uns auf die lange Reise Richtung Weihnachtsurlaub machen. Axel besucht Freundin und Tochter in Mato Grosso do Sul, Karo bricht nach Argentinien auf, Basti, Stefan und ich fahren über Rio zur Ilha Grande, einer schmucken paradiesischen Insel an der Costa Verde.

Kaum im Shopping Curitiba das Essen verschlungen, geht's nach kurzer Abschiedszeremonie per Taxi Richtung Rodoviaria. Basti ist schon ein wenig aufgeregt, er hat den günstigeren Bus gebucht, der 10 min vor dem Bus von Stefan und mir abfahren wird und die Zeit tickt. Unser Taxi steht im Stau, der Fahrer beruhigt uns noch, das schafft ihr, aber irgendwie steckt in einem dann doch der deutsche Pünktlichkeitsvirus und man ist eben doch nicht total ruhig und relaxed. Es könnte ja sein, dass die Brasilianer mal ausgerechnet heute pünktlich abfahren.

Naja, letztendlich schafft Basti es dann doch rechtzeitig, er ist sogar zu früh dran, sein Bus hat Verspätung - 40 Minuten Warten. Währenddessen belegen Stefan und ich die reservierten Plätze in unserem Semi-Leito und staunen nicht schlecht als das Essen verteilt wird, eine ordentliche Ration, die uns dazu Teil wurde. Kaum sind wir auch schon ein paar Kilometer gefahren und das Boardprogramm startet: Sandra Bullock in Miss Undercover.

Die Nacht verläuft ruhig, ich bin erstaunt wie gut ich doch im Bus schlafen kann. Selbst als um 7.30 Uhr am nächsten Morgen der nächste Film reingeschmissen wird, das Experiment mit Moritz Bleibtreu (die ersten 5 Min. sogar in dt. Sprache), kann ich weiterpennen. Ankunft um 10.30 Uhr in Rio. Dann eine Überraschung, wer wartet dort schon 30 Min. auf uns, es ist der Basti! Sein Busfahrer hatte es wohl besonders eilig, die Verspätung wieder rauszufahren.

Nach 15 Minuten Wartezeit treffen wir Gigi und seine Eltern, die bereits am Vortag nach Rio geflogen waren. Tickets kaufen und um 11.10 Uhr startet der nächste Bus Richtung Angra dos Réis (125 km entfernt), leider kriegen wir von der Landschaft der sog. Costa Verde, der grünen Küste mit 265 vorgelagerten Inseln,  nicht viel mit, da alles wolkenverhangen ist und es regnet wie Hölle.

Ankunft auf dem Rodoviaria in Angra do Réis, Basti und Strucki fühlen das Backpacker-Kribbeln und entscheiden sich den Weg zum Hafen zu laufen, die anderen vier nehmen sich ein Taxi. Kaum sind wir beide einen Kilometer gelaufen, klingelt auch schon Bastis Handy. Fast zeitgleich taucht der Taxifahrer auf, wir müssen uns beeilen in 10 Minuten ist Abfahrt auf dem Boot. Also los ins Taxi, kaum aufs Boot gesprungen und schon legen wir ab. Just in Time.

Auf dem Boot wird während der ganzen Fahrt das Album Crash Boom Bang von Roxette gespielt, rauf und runter. Ich geniesse mal wieder die Fahrt, bin in meinem Element, endlich wieder Meeresluft, ja Heimat. ;-) Als wir aus der Bucht von Angra dos Réis rauskommen, wird die See unruhiger, das Boot wird von der ein oder anderen Welle durchgeschaukelt. Da wir so spät gekommen sind, haben wir nur Plätze auf Steuerbord bekommen. Das stellt sich im nachherein als durchaus positiv heraus. Die ganzen Passagiere, die eh schon in Regenmänteln auf der Backbordseite sitzen, werden jetzt nicht nur vom peitschenden Regen, sondern auch von den überschwappenden Wellen völlig durchnässt.

Als Beobachter, auf deren Seite nix passiert, ein lustiges Schauspiel, gut, tauschen würde momentan keiner von uns wollen. Dann kriegen wir auch noch ein weiteres Schmankerl geboten, ein kleiner Junge, der hinten beim Deck schon kreidebleich gesessen hatte, wird von seinem Daddy in die Mitte des Schiffes geführt, keinen Meter von uns entfernt, wo er sich eigentlich aufgrund des Schwerpunkt des Schiffes erholen sollte. Aber leider war der Ortswechsel nicht wirklich gut für ihn, er leert seinen Mageninhalt mitten auf dem Deck aus, kein leckerer Anblick. Vor allem Stefan nimmt das ganze sehr mit, schließlich wird sein Reiserucksack direkt mit Spritzern von dem kleinen kotzenden Bengel getroffen.

Dann nach zweieinhalb Stunden Fahrt (insgesamt sind wir schon dann 20h unterwegs gewesen) erreichen wir gegen 16.20 Uhr den Hafen von Vila do Abraão, der Hauptstadt der Ilha Grande. Diese Insel ist die grösste innerhalb der Bucht von Angra dos Réis - Gesamtfläche 193 Quadratkilometer, 150km Küstenlinie, über 100 Strände. Ein grosser Teil der Fläche ist Naturschutzgebiet, was auch bedeutet, dass es keinen Verkehr mit motorisierten Fahrzeugen gibt, außer der Polizei und Feuerwehr.

Die Insel war während des 17. Jahrhunderts Versteck von Piraten und Zentrum des Sklavenhandels. Anfang des 20. Jahrhunderts baute man hier ein Staatsgefängnis, welches unter der Militärdiktatur zu trauriger Berühmtheit gelangte. Einer der bekannteren Insassen war zum Beispiel der Schriftsteller "Gracilio Ramos", der sich in seinen Schriften gegen das Regime ausgedrückt hatte. Infolge der Abgeschiedenheit der Insel, blieb diese bis heute relativ dünn besiedelt, nur ca. 8000 Einwohner leben hier. Die Insel hat auch eine eigene Klimazone, dank der üppigen Vegetation und den sintflutartigen Regenfällen entstand ein atlantischer Regenwald - ein Amazonien mitten im Ozean.

Nach unserer Ankunft, es nieselt ein wenig, machen wir uns auf die Suche nach unserer Pousada. Die Zimmer sind in Ordnung, sauber, mit großem Bad. Wir Jungs teilen uns ein geräumiges 7er Zimmer. Nachdem wir uns rasch frisch gemacht haben, geniessen wir im Atrium der Pousada ein vorgezogenes Abendessen und essen Moqueca. (Moqueca ist eines der Nationalgerichte Brasiliens. Die traditionelle Moqueca besteht aus Fisch, welcher in Bananenblätter eingewickelt und dann über Feuer geröstet wird. Das Word Moqueca leitet sich aus dem indianischen Wort Pokeka für Bündel ab. Es ist ein (köstliches) Ergebnis der Vermischung aus den Kochkünsten der Ureinwohner Brasiliens mit der Küche der aus Afrika eingeschleppten Sklaven im Norden und Nordosten Brasiliens.)

Dank des nicht aufhörenden Regens entscheiden wir uns weiterhin im Atrium der Pousada zu bleiben, überdacht draußen zu sitzen, Caipis zu trinken, Karten zu zocken und die vorbeigehenden Leuten zu beobachten, die probieren den immer größer werdenden Pfützen auszuweichen. Das ist aber bald nicht mehr möglich, die ganze Sandstrasse steht 8cm hoch unter Wasser. Der kaum nachlassende Regen trübt ein wenig unsere Stimmung. Morgen ist Weihnachten, wir hatten vor das Fest der Feste in der Sonne zu verbringen und nicht im Regen?

Weihnachten, 24.12.04 - Heiter
Da muß der liebe Gott gestern unsere Stossgebete erhört haben, tatsächlich scheint am nächsten Morgen die Sonne. Zwar haben wir nicht komplett blauen Himmel, aber es geht in die richtige Richtung. Das Frühstück wird hier nie den ersten Preis gewinnen, aber ist grad noch in Ordnung. Stefan und ich nutzen die letzte Chance die Weihnachtsgeschenke für Gigi und Basti zu kaufen, bevor wir dann zu viert eine (Weihnachts-)Wanderung starten. Entlang einiger Beaches, schlagen wir dann einen der Pfade ein, die einst von Tupinambá-Indianer angelegt wurden, die die Insel jahrhundertlange bewohnten.

Ca. 400 - 500 Höhenmeter geht es hoch in die Berge und natürlich auch wieder runter - das ganze nur mit Flip-Flops. Besonders Gert und Basti hatten ihren Spaß beim Laufen ohne Socken und joggen wie Verrückte die matschigen, steinigen und steilen Wege herunter Richtung Strand.

Mittlerweile hat sich das Wetter so geändert, dass keine Wolke mehr am Himmel zu sehen ist, wir genießen den fast menschenleeren Strand, das Schwimmen im Atlantik und das kühle Bier am Strand. So, wollten wir den Heiligabend erleben, Weihnachtsspaziergang, wobei Wanderung das bessere Wort wäre, Schwimmen und Relaxen am Strand und sich einfach die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen.

Gegen 15 Uhr ziehen dann plötzlich Wolken auf und es sieht nach einem Gewitter aus, Lust, die ganze Strecke zurück zu wandern, haben wir eigentlich nicht, vor allem wollen wir nicht bei Regen die Pfade zurücklegen. Wir organisieren uns ein Fischerboot, welches uns für 10 Reals pro Person zurück zum Hauptstrand nach Vila do Abraão bringt, immerhin 1,5 Stunden sind wir schließlich unterwegs.

Alle nutzen die Chance und telefonieren gegen fünf Uhr mit der Familie in Deutschland, da wir allerdings nicht im Bundesstaat sind, in dem die Handys registriert sind, müssen wir, obwohl wir angerufen werden, Roaminggebühren zahlen. Total Strange. Egal, es ist Weihnachten. Danach geht's zum Relaxen im Zimmer, Duschen und Fertigmachen für den Abend.

Um 21 Uhr startet das Büfett. Es gibt ein superleckeres Essen, u.a. einen riesigen Schwertfisch, Scampis, Truthähne, Filet Mignon, Salate, Früchte, süsse Nachspeisen, etc.. Bei einem leckeren Wein und Caipirinhas lassen wir es uns richtig gut gehen. Zwischendurch wird das Licht gedämpft und der Besitzer der Pousada singt ein traditionelles Weihnachtslied, während er sich durch die ca. 15 Tische bewegt. Sehr schön und auch ein wenig bewegend. So eine richtige Weihnachtsstimmung kommt nicht auf, es ist doch alles sehr ungewohnt, geschmückte Palmen, man trägt kurze Klamotten und Flip-Flops und die vertrauten Familie und die Freunde fehlen. Weihnachten mal anders.

Dann folgen die Geschenke, jeder hat was aus Deutschland geschickt bekommen, was jetzt geöffnet wird und auch wir untereinander haben dem anderen eine kleine Freude gemacht. Besonders hervorheben möchte ich Bastis kleines Tagebuch, was mir als Erinnerungsstütze für meinen Reise-Blog nützt und natürlich der wahnsinnig coole Kalender, den mir Christiane gebastelt hat.

Schon guter Stimmung entscheiden wir Jungs uns dann noch eine Bar auf der Insel aufzusuchen, gar nicht so einfach, es war nur noch eine offen. Dort traf sich aber das internationale junge Publikum und auch wir waren mit Caipis mit von der Partie. Gigi setzte der Alkohol dann so zu, dass er körperlich und geistig nicht mehr in der Lage war sich zu wehren und war unseren Lachern hemmungslos ausgeliefert.

Weihnachten, 25.12.04 - bedeckt
Das Weihnachtsfrühstück hätte ruhig ein wenig ausgiebiger ausfallen können, aber wir ja noch gut gesättigt von gestern Abend. Wir starten gegen 11 Uhr zu einer Wanderung zur anderen Seite der Insel zum Praia Dois Rios. Allerdings gestaltet sich der Finden des Pfades als nicht so einfach, wir irren irgendwie im Kreis im Urwald umher und landen dann in einem kleinen Garten.

Ein netter Anfang Vierziger Brasilianer kam gerade von seinem Toilettenhäuschen zurück und fragt uns, ob er uns kurz behilflich sein könnte. Kurz waren dann 15 Minuten, aber die hatten es in sich. Wir lauschen seiner detaillierten Wegbeschreibung und seinem Geschichtsexkurs über die Insel. Viele Dinge waren uns dank Reiseführer schon vertraut, aber auch einige Insiderinfos waren dabei.

Schließlich finden wir dann auch den richtigen Weg, 7km lang, nur Serpentinen schlängelt sich der Weg in die Berge. Gigi macht schon nach einem Kilometer schlapp, er hat sich seinen Zeh aufgerissen, das kommt davon, wenn man nur mit Flip-Flops unterwegs ist. Stefan und ich haben mit Trekkingschuhen bereits vorgesorgt. Aber Gigi hält tapfer durch, Respekt.
 
Dank den Infos des Brassis können wir eine Abkürzung durch einen Bambuswald nehmen und kommen direkt an einen kleinen See, der als Bad der Soldaten bekannt ist. Früher nahmen hier die Polizisten und Soldaten ein erholendes Bad. Auch wir lassen uns das nicht nehmen und springen ins angenehme frische Wasser. Danach folgen wir weiter dem Weg, bis wir schließlich zu einer langen Palmenallee kommen, mit Palmen die ca. 15-20 Meter hoch waren.

Diese Allee ist der Eingang zur Geisterstadt, wie sie heute umgangssprachlich genannt wird. Hier am Praia Dois Rios (Strand mit zwei Süsswasserflussmündungen) befinden sich die Trümmerruinen des ehemaligen Cândido-Mendes-Zuchthauses. Es ist der einsamste und unheimlichste Strand der Insel. Irgendwo soll noch der Piratenschatz von Jorge Grego, der hier im 18.Jh. lebte, vergraben sein. Dank einiger Umweltschützer ist hier auch ein japanisches Hotelansiedlungsprojekt gescheitert, leerstehende Häuser zeugen davon.

Direkt am Eingang werden wir von einem Polizisten gebeten uns in eine Liste einzutragen, man protokolliert hier genau, wer hier herkommt. Wobei man es nicht ganz so genau nimmt, keiner hat einen Ausweis dabei und so trägt man eben eine virtuelle Passnummer ein. In einzelnen Baracken wohnen hier noch Militärs, aber eigentlich ist alles sehr trostlos und einsam. Das Gefängnis ist gesprengt worden, es gibt aber immer noch intakte Gebäudeteile, wie z.B. die Küche. Die Mauer, die das ganze Areal umzingelte, ist auch in einem sehr guten Zustand, sogar die Wachtürme sind erhalten.

Wir erkunden diese leere und trostlose Gegend, wir finden sogar eine Familie, die in ihrem Garten Getränke anbietet, unsere Vorräte sind alle zur Neige gegangen und freuen uns auf einen kühlen Drink. Obwohl der Himmel bedeckt ist, ist es wahnsinnig schwül und wir schwitzen alle und sind ganz gut erschöpft. Der herrlich einsame Strand ruft nach einer Verschnaufpause, wir legen uns kurz hin und sind alle vier auf der Stelle weg. Stefans innere Uhr schlägt dann schließlich Alarm, eine Stunde haben wir friedlich geratzt, jetzt gegen fünf Uhr müssen wir uns aber langsam auf den Heimweg machen, um die 2,5 - 3 Stunden lange Tour vor dem Dunkelwerden zu schaffen.

Wir füllen noch einmal die Wasservorräte auf und treten völlig fertig den Heimweg an. Schließlich finden wir nach dreiviertel der Strecke noch eine Abkürzung, die zwar ein wenig schwierig zu meistern ist, aber uns letztendlich eine halbe Stunde spart. Gegen 19 Uhr erreichen wir dann wieder unseren Strand.

Basti und ich schauen den Brassis noch beim Fussballspielen zu und ich habe den ersten Ballkontakt. Da der Ball weit vom Spielfeld neben mit landet, rufen die Spieler "Oi, jogador!". Ich nehme einen kurzen Anlauf , kriege ein wenig Rückenlage, bringe den Ball aber noch halbwegs akzeptabel hoch hinein ins Spiel, ein Brasilianer nimmt ihn mit der Brust an und schiesst aufs Tor. Um Haaresbreite vorbei, tja, wenn der drin gewesen wär, hätten die mich bestimmt weiter mitspielen lassen. Aber da ich eh völlig kaputt bin, genauso wie die anderen, kann ich darauf beruhigt verzichten.

Spät abends gönnen wir uns noch ein superleckeres Essen (Filet Mignon mit Gorgonzolasauce), bevor wir den Abend auf dem Dorfplatz ausklingen lassen. Dort spielt eine jugendliche Sambatruppe von 10-12 Leute und wir hören der rhythmischen Musik und dem Treiben drum herum gern zu.

Weihnachten, 26.12.04 - Super Wetter 33 Grad
Endlich, das Frühstück hat um eine Kategorie zugelegt. Wir legen noch einen Strandtag ein. Bevor wir uns aber zum Strand aufmachen, überprüfen Stefan und ich, ob es noch eine nette und günstige Pousada gibt, wo wir noch ein, zwei Tage länger bleiben können. Am Hafen gibt man uns Auskunft, doch leider können wir telefonisch keinen erreichen, auch ein persönlicher Besuch ist nicht von Erfolg gekrönt.

Wir gehen wieder zum Strand diesmal der Praia Preto, treffen dort die beiden netten Schwedinnen wieder, die wir uns seit unserer Ankunft überall übe den Weg laufen. Es ist so heiß, das einem der Schweiß aus allen Poren tropft, Abkühlung bringt nur das Meer. Es gibt ein Plateau im Wasser, zu dem man schwimmen kann und wo es sich fein relaxen lässt, bis die brasilianische Jugend das für sich entdeckt und es mit der Ruhe aus ist.

Da gegen drei Uhr keine Pousada mehr frei ist, die weniger als 45 Reals pro Person und Nacht kostet, entscheiden wir uns zur Abreise. Gigi fährt eh mit seinen Eltern nach Rio, wir wollen noch nach Parat?, einem der ältesten und schönsten Orte Brasiliens fahren.

Nachdem wir unser Gepäck bei der alten Pousada abgeholt haben, begeben wir uns Richtung Fähre. Es fängt mal wieder zu Regnen an. Diesmal liegt eine große Fähre im Hafen und wir kaufen uns schleunigst ein Ticket, statt der auf einem Schild stehenden 10 Reals, zahlen wir alle weniger als 5 Reals, perfekt. Schnell laufen wir die letzten Meter auf dem Pier Richtung Schiff, ein großer Schritt, schwupps sind wir an Bord und die Überfahrt kann beginnen.

Irgendwie kommt uns allen die Strecke ein wenig anders vor, Gigis Papa ist sich aber sicher, dass wir auf dem Hinweg genau hier lang gefahren sind. Auf dem Hinweg hatten wir ja auch Regen und eine schlechte Sicht. Irgendwann kommt uns allen aber die Gegend völlig fremd vor, ich frage einen der Offiziere und er meint, wir erreichen in Kürze Mangaratiba. Keiner kennt die Stadt, hat von je ihr gehört. Wir holen Karten und Reiseführer hervor und tatsächlich, die Stadt gibt es und es gibt auch Fährverbindungen.

Tja, durch den Regen haben wir nicht das kleine Boot nach Angras, sondern die große Fähre nach Mangaratiba genommen. Das erklärt auch den günstigeren Preis. Gigi und seinen Eltern kommt das natürlich gelegen, sparen sie doch 45 - 60 Minuten Fahrt nach Rio, uns hingegen brockt das eben diese Minuten zusätzlich ein. Bei strömenden Regen betreten wir wieder das Festland. Gigi und seine Eltern nehmen gleich einen Minibus nach Rio und wir drei sondieren erst mal die Lage, wie es weitergeht. Wie wir dann nach Parat? gekommen sind, was uns dazwischen noch alles passiert ist, dazu gibt es ein eigenes Kapitel.

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