 | Nachdem der ein oder andere schon seine Erfahrungen mit der Trendairline gemacht hat, Till war z.B. schon lange der Zeit voraus und testete schon vor 2 Jahren als Pionier die Airline, wollte ich nun auch mal Ryanair testen. Hier mein Erfahrungsbericht: |
Das Experiment kann beginnen: Ich fliege das erste mal mit Ryanair. Vor 3,5 Wochen habe ich gebucht und zwar einen Flug zu Betti nach Perpignan. Ich hatte Lust was Neues zu machen, mal raus für ein Wochenende. Also auf die Seiten von Ryanair und Flugziele eingegeben. Friedrichshafen - London (dort wohnt mein Kumpel Till) und als Alternative Frankfurt/Hahn - Perpignan (zu Betti). In beiden Zielorten würde ich sehr gute Freunde und somit auch "Locals" treffen. Auf der Seite www.bookryanair.com checke ich die Preise, London kostet 5,99? hin und 69,99?. Außerdem würden noch Flughafen- und Kredikartengebühren sowie Steuern anfallen. In meine Kalkulation fließt weiterhin die Fahrt vom FLughafen Stansted in die City ein, die mit 36 Euro (laut Till) nicht ganz unerheblich ist. Das Angebot von Perpignan sah dann doch um einiges genialer aus: Hinflug 1,99 ?(Freitag) und Rückflug 29,99 ?(Montag). Der Rückflug war mir dann ein wenig zu teuer, wobei der Vergleich hinkt. Teuer ist es natürlich nicht unbedingt, nur im Verhältnis zum Hinflug teurer. Würde ich z.B. Dienstag fliegen würde die Strecke wieder nur 1,99? kosten. Also nur schnell nach dem Buchen-Button gesucht und gedrückt. Zwei Flüge für je 1,99?, da kann man nicht meckern. Inklusive der anfallenden Steuern und Gebühren ergibt sich dann ein Preis 29,45?. Unschlagbares Angebot. Nach einer Woche meldet meine Kreditkarte, daß sogar schon abgebucht wurde. Am Freitag morgen dann das Experiment. Früh aufgestanden in Frankenthal, wo ich bei meinem Studienfreund Dominik übernachtet habe und los gings auf die Autobahn gen Hahn. Auf der A61 ca. 50 km vor Hahn weisen die ersten Hinweisschilder den Weg zum Billigairport. Und ehe man sich versieht, ist man schon da und weiß es gar nicht. Das Schild "Auf dem Flughafengelände gilt Tempo 50" macht einen auf den Flughafen erst aufmerksam. Es herrscht dichter Nebel (um 9 uhr morgens). Man kann vielleicht 100m sehen. Überall Parkplätze und Menschen, die mit ihren Gepäck auf den löchrigen Fusswegen in eine Richtung laufen. Wo ist der Tower, das Flughafengelände, die Abflughalle? Irgendwann taucht sie dann aus dem Nebel auf. Aha, das Gebäude scheint relativ neu zu sein, macht einen super Eindruck, ich fahre mit dem Auto in diese Richtung. Nachdem ich nun weiß, wo was ist, mache ich mich auf Parkplatzsuche. Direkt neben der Abflughalle gibt es gebührenpflichtige Parkplätze. Etwas weiter weg die kostenlosen. Die Suche nach einem kostenlosen Parkplatz gestaltet sich schwierig, nix ist frei. Aber schließlich werde ich dann doch fündig und kann meinen weißen Golf neben einen Porsche Boxter und einen Opel Vectra parken. Egal, welches Auto, anscheinend fliegt jeder mit Ryanair. Ich steige aus meinem Auto aus, rieche die Landluft, man kommt sich vor wie mitten auf dem Bauernhof. Ein Flughafen mitten in der Pampa. Nach 15 Minuten Fußmarsch erreiche ich die Abflughalle, an einem der neun Check-Inns, alles Schalter von Ryanair, checke ich ein. Erstaunlicherweise gibt es keine Warteschlange. Ich nenne meine Reservierungsnummer, zeige meinen Ausweis und bekomme meine Boardingcard, schnell und unkompliziert. Ich habe noch eine Stunde Zeit, schaue mich um. Die Halle ist nicht groß, wirkt gemütlich, sehr sauber. Es gibt ein paar Cafes, Shops und jede bekannte Autovermietung hat hier ihren Counter, sogar eine Touri-Info gibt es. Das Publikum ist international, Deutsche, Franzosen, Italiener, Skandinavier und Briten. Ich gehe Richtung Boarding-Area, insgesamt gibt es vier Gates für die wartenden Passagiere. Die Anbindung des Flughafens ist schon mit dem Auto problemlos. Auch die Anreise per ÖPNV erscheint unproblematisch. Ständig wird die Abfahrt eines Busses angekündigt(z.B. Richtung Koblenz, Frankfurt, Trier oder Luxemburg). Während ich anfange diesen Bericht zu schreiben, beobachte ich die Leute. Alle wirken ein wenig wie Sparfüchse. Hochwasserhosen, weise Tennissocken, aber typische Mallorca-Urlauber sucht man hier vergebens. Unter die Wartenden mischt sich der ein oder andere Geschäftsmann und ein paar Leute in meinem Alter. Plötzlich kommt Bewegung auf. Ein Sicherheitsmann kommt in die Waiting Area, daher rührt die Unruhe. Ryanair bietet keine festen Plätze an, somit hat der erste, der im Flugzeug ist, volle Platzwahl. Die eben noch alle brav sitzenden Passagiere stehen abrupt auf und rennen zum Eingang der Gangway. Zwar bildet sich eine Reihe, aber viele Drängeln und Schubsen, so wie bei der Bahn, der Unterschied ist, daß hier alle mitkommen werden und einen Sitzplatz sicher bekommen. Fünfzehn Minuten stehen die Leute ungeduldig in der Schlange bis der Aufruf zum Boarding kommt. Die Personen, die die Boardingnummer 1-65 haben dürfen einsteigen, ich kann weiterhin ruhig sitzen bleiben, ich habe die 69. Ein wenig noch warten, aber das ist ja nicht schlimm, mindert es doch die Thrombosegefahr ;-). Ich schließe mich, nachdem sich die Halle langsam leerte, der wartenden Schlange an und verlasse mit dieser das Flughafengebäude. Auf dem Vorfeld gehts unüberdacht 50m zum Flugzeug. Dort wartet eine Boeing 737-200 der Ryanairflotte auf den Abflug nach Perpignan. Das Einsteigen erfolgt ohne Probleme, vorne als auch hinten kann man boarden. Nach knappen 15 Minuten sind alle Passagiere geboardet und die 4 Stewardessen beginnen mit einer englischen Einweisung in die Sicherheitsvorschriften, danach folgt eine vom Band gespielte Ansage auf Deutsch. Mit 10 Minuten Verspätung hebt die Boeing endlich ab. Ein wenig kurios ist, daß man persönlich gebeten wird, für den Start sein Kissen und die Zeitung unter den Sitz des Vordermanns zu verstauen. Dann folgt der Start, der wie erwartet ohne Probleme verläuft. Positiv anzumerken sei, daß während des ganzen Fluges, die "No Smoking" Lichter anbleiben. Sieben Minuten nach dem Start befinden wir uns schon über den Wolken. Während des ganzen Fluges von 2 Stunden hat man die Möglichkeit an Board etwas zu kaufen, Getränke oder etwas zu essen, da im Flugpreis keine Bewirtung inklusive ist. Nach einem unproblematischen Flug erreichen wir schließlich den Flughafen von Perpignan, wo ich auch schon von Betti abgeholt werde. Es wartet ein richtig cooles Wochenende im Süden von Frankreich, wo es jetzt im November noch angenehm freundlich ist. Ein Ausflug nach Barcelona mit Betti, Anna und ihrem Freund steht natürlich auch auf dem Programm. Und am Dienstag verlasse ich schon wieder dieses nette Fleckchen Erde Richtung Deutschland, wo es kalt und ungemütlich ist. |