 | Ich reise ja für mein Leben gern, da bleibt es nicht aus, grosse Distanzen zu fliegen. Das Fliegen gehört daher ebenso zu meinen Leidenschaften wie das Reisen. Ich liebe die Drehkreuze dieser Welt. Ich liebe es ins Flugzeug zu steigen, eine gewisse Zeit in der Luft zu sein und dann tausende Kilometer entfernt in die Welt anderer Nationen und Kulturen zu tauchen. |
Für mich gehört zu einem guten Flug ein ordentlicher Service. Das beginnt schon am Check-In. Auch wenn ich selber Sicherheit gross schreibe, man kann es echt übertreiben. Flüge in die USA werden immer schnell stressig. Jedesmal die nervigen Fragen:"Wer hat Ihr Gepäck gepackt, wo haben Sie es aufbewahrt, wer hatte Zugang zu Ihrem Gepäck, von wem haben Sie Gegenstände angenommen,etc.". Eigentlich dienen die Fragen doch nur dazu das die Passagiere monoton antworten zu lassen:"Ich hab es gepackt, ich hab drauf aufgepasst, es hatte keiner Zugang, ich nehme nix für Fremde mit, etc.". Keiner wird sich die Blösse geben auf die Fragen anders zu beantworten, man könnte dann ja eventuell nicht mitfliegen. Schliesslich kreuzt auch keiner auf dem USA-Einreiseformular an, dass er einer terroristischen Vereinigung angehört, oder? Nun gut, nachdem ich alle diese Fragen vermeintlich positiv beantwortet habe, krieg ich mal wieder nen kleinen Aufkleber auf den Pass geklebt und darf zum eigebtlichen Check-In Counter. Gut, dass ich schon einen festen reservierten Sitzplatz habe, meine Kollegin muss noch bangen, schlägt auch dass Angebot ein Hotel und Flugvouchers zu bekommen, aus. Nach zwei Security-Kontrollen und einer Passkontrolle darf man dann auch irgendwann mal borden. Schnell trittt die Ernüchterung ein. Die Boeing 676 von US Airways ist mehr ein Touribomber als ein Businessjet. Die Businessclass beschränkt sich auf drei Reihen, Firstclass ist gar nicht vorhanden. Irgendwelche Features? Fehlanzeige! Die Passagiere teilen sich eine grosse Leinwand, auf der ein Film (Der Blockbuster schlechthin: Der rosarote Panther) und ein paar Cartoons gezeigt werden. Spitze! Der Beamer ist völlig falsch eingestellt, das Bild flimmert und häufig erscheint die Fehleranzeige:"Please select another channel". Kopfhörer kosten übrigens stolze 5$, das kann ich verstehen in einem Billigflieger aber nicht, wenn man über 1000 Euro zahlt. Zeitungen gibt es gar keine, aber aus weiser Voraussicht hat man sich ja schon frühzeitig auf dem Flughafen eingedeckt. An Schlafen auf dem Flug ist nicht zu denken. Die Passagiere langweilen sich und bevölkern die Gänge. Man könnte meinen eine Cocktailparty wäre im Gange. Dementsprechend ist die Lautstärke. Ich hab übrigens sehr viel Glück mit meinem Sitznachbar Dave aus Washington DC, der gerade vier Wochen in Deutschland während des World-Cups gearbeitet hat. Er ist Radiomoderator für ein Pay-Satellitenradio und Experte für Fussball. So ne Art amerikanischer Arndt Zeigler oder Mike Thiel. Gibt es was cooleres? Schnell werden wir dicke Freunde und machen die Analyse. Er ist schwer beeindruckt von den Deutschen und der tollen Stimmung. Absolutes Highlight ist, dass er sich eine deutsche Dvd am Flughafen gekauft und zwar die Bundesliga-Highlights von keinem geringen Verein als dem glorreichen SV Werder Bremen. Nachdem er seinen mobilen Dvd-Player rausgeholt hat, schauen wir schon gemütlich die Bundesliga, DFB Pokal und Championsleague Highlights der letzten Saison an, gibt es ein schöneres Entertainmentprogramm? Da kann US Airways leider nicht mithalten. Nachtrag: Nur um mein Glück perfekt zu machen, dauert die Immigration genau solange wie ich Zeit habe meinen Anschlussflug zu bekommen, genau 90 Minuten. DANKE |