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Mittwoch, 22 März 2006 |
| Nach Ungarn habe ich bis jetzt noch nie geschafft, heute ist es für mich auch nur Transitland. Auf meiner Reise von Wien in die Slowakei komme ich in Győr vorbei und nutze meine Mittagspause, um mir die Stadt anzuschauen, die mitten im Städtedreiecks Wien ? Budapest ? Bratislava liegt. |
Auf Deutsch heißt die Stadt übrigens Raab. Im 10. Jahrhundert wurde hier ein Bistum und eine Burggrafschaft gegründet, das Stadtrecht folgte 1271. Raab war während der Türkenkriege ein letzter Vorposten vor Wien und hatte daher unschätzbare militärische Bedeutung. Im Türkenkrieg Rudolfs II. wurde Raab 1592 von den Osmanen erobert, konnte 1598 jedoch zurückerobert werden ? ein Ereignis, dem eine solche Bedeutung beigemessen wurde, dass im ganzen Reich Raaberkreuze errichtet wurden, die man in kleineren Ortschaften heute noch findet. Nach der Zurückschlagung eines osmanischen Heeres vor Wien im Jahre 1683 erblühte Raab und entwickelte im 19. Jahrhundert Textil- und Maschinenbauindustrie, die bis heute wichtig ist (Audi produziert seit 1994 Teile seiner Motoren hier). Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg war aufgrund der grenznahen Lage am Eisernen Vorhang mühsam. Heute hat Győr 130.000 Einwohner und 3 Hochschulen liegt auf der "Magistrale für Europa", ein wichtiges transeuropäisches Projekt, bei dem bis zum Jahr 2015 zwischen Paris und Bratislava eine Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke realisiert werden soll. Ich schlendere ein wenig durch die schöne Altstadt bis zum Flussdreieck und wandle kurz über dem Markt bevor ich eine Kleinigkeit esse und meinen Weg zum Zielort fortsetzte. |